Jahreszeiten

Der Garten im Jahreslauf ist wie ein Theaterstück in mehreren Akten. Wir planen das Bühnenbild und setzen unsere Haupt- und Nebendarsteller „in Szene“. Doch auch wenn wir unsere Stars seit Jahren kennen, überraschen sie uns immer wieder: einige nehmen mehr Platz ein, als ihnen zugedacht, andere kümmern vor sich hin oder tauchen unverhofft an anderer Stelle wieder auf. Manchmal erobern sogar Neulinge die Bühne, setzen ganz neue Akzente und gedeihen am selbstgewählten Platz besonders üppig. In der Planung finde ich es wichtig, für jede Zeit ein paar besondere Dialoge, Klänge oder Lichtblicke schaffen, aber auch offen zu bleiben für unerwartete Auftritte.

 

Frühjahr

Ungeduldig erwarten wir die ersten Frühblüher, kündigen doch Winterling und Schneeglöckchen schon an, dass es tatsächlich wieder losgeht mit dem Gartenjahr…. und zwar so üppig, wie wir im Herbst mit gesteckten Zwiebeln dafür gesorgt haben. Sie nehmen zuerst die Plätze ein, die später durch das Laub der Nachbarn verschattet werden. Und es gibt neben der großen Bandbreite an Krokussen, Tulpen und Narzissen noch so viele andere Zwiebelschönheiten: Schachbrettblumen, Kaiserkronen, Hundszahnlilie oder Hasenglöckchen, die am besten in der Fläche wirken. Der Garten ist groß im Frühjahr und verleitet uns, Tüten voll Stauden nach Hause zu tragen, die wir zwei Monate später im explodierenden Grün der Alteingesessenen kaum noch wiederfinden.

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Jetzt werden Sitzplätze wichtig, denn das Leben verlagert sich nach draußen, wenn der norddeutsche Sommer gnädig ist. Blütenfülle und Duft sollten jetzt unseren Lieblingsplatz einhüllen. Wege wachsen zu, Räume werden enger und wir schätzen den Schatten von gut platzierten Gehölzen. Das Licht belohnt die Frühaufsteherin und auch den späten Büroheimkehrer, wenn er einen Abendsonnenplatz eingeplant hat. Am schönsten sind filigrane Stauden und Gräser, die Gegenlicht der untergehenden Sonne leuchten.

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Herbst

Der Herbst ist die Zeit der „echten Gartenfreaks“ – beste Pflanzzeit für Gehölze und robuste Stauden, das Wetter feucht und kühl, aber angenehm solange wir in Bewegung bleiben. Wir haben die Sommerkontur unseres Gartens noch gut in Erinnerung und wissen also wo noch Platz für neue Zwiebeln ist, oder üppige Stauden geteilt und umgesetzt werden müssen. Warmes Streiflicht lässt Laub und Gräser leuchten und betont Gartenecken, die vorher ganz unscheinbar waren. Jeder schöne Tag ist kostbar, es könnte der letzte sein, bevor die Novemberstürme die letzten bunten Blätter mitnehmen…

 

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Winter

Für Gartenplaner bedeutet Winterruhe nicht Winterschlaf sondern eher die Zeit des ruhigen Blicks und der klaren Strukturen. Jeder Garten zeigt im Winter sein Grundgerüst – eine gute Zeit für eine Planung mit Zeit und Ruhe wenn man im nächsten Jahr etwas Neues schaffen will. Für Sie als Gartennutzer wird der Blick von drinnen nach draußen wichtig, am besten vom Sofa aus, wenn man vom Gartenbuch hochschaut. Schön wenn er dann auf Gräser, Steine oder schöne Fundstücke fällt, die tapfer Wind und Schnee trotzen und uns daran erinnern: der nächste Frühling kommt bestimmt!

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