Hintergrund

Schon während meines Architekturstudiums in Berlin waren der Blick auf das Umfeld, die Gestaltung der Außenräume und der Bezug zwischen innen und außen ein wichtiger Teil der Planung für mich. Meine Weiterbildung im ökologischen Bauen und im Bereich Permakultur – einer Planungsmethode, die sich an natürlichen Systemen und ihren Wechselwirkungen orientiert – schärfte meinen Blick für Strukturen und ökologische Zusammenhänge. Es folgten einige Jahre Seminararbeit in der Erwachsenenbildung und Planungsarbeit in Architektur und ökologischen Konzepten, z.B. für Vereine und Schulen.
Nachdem das Leben mich von einem 2qm Balkon in Berlin über einige Umwege in eine Kräuter- Gärtnerei mit 3 Ha Gelände geführt hatte, siegten endgültig der grüne Daumen und die botanische Gehirnhälfte. Man kann einfach nicht mit einem Kräutergärtner verheiratet sein, ohne die Namen, Standortbedürfnisse oder Duftnuancen seiner 30 Thymian- oder Salbeisorten zu inhalieren. Das wirkt ansteckend. Auf Gartenreisen nach England, Irland und in die Niederlande lernte ich die schönsten Gärten kennen und war fasziniert von den Möglichkeiten, mit Pflanzen Kompositionen aus Farbe, Licht und Strukturen zu schaffen, die sich im Laufe der Jahreszeiten verändern, und aus Stein, Holz und lebendigem Grün Orte entstehen zu lassen, die der Seele gut tun.
2006 entstand die Firma zeitlos grün aus dieser Begeisterung und aus dem Wunsch, meinen planerischen Blick mit kreativem Hand-Werk zu verbinden.
Durch die Mitarbeit in verschiedenen Gartenbaubetrieben und viel praktische Arbeit in unserem Gelände lernte ich das Bauen von Trockenmauern, das Gestalten von Pflasterflächen und Anlegen von Beeten an verschiedenen Standorten. Viel Pflanzenkenntnis verdanke ich dem Gärtner an meiner Seite. Es ist ein großes Glück für mich, auf unserem Gelände mit Pflanzungen und unterschiedlichen Materialien experimentieren und sie auch über längere Zeit beobachten und verändern zu können. Denn für jeden guten Plan braucht es auch die Erfahrung der Ausführung und der Machbarkeit. Bekanntlich steckt der Teufel ja immer im Detail und man erkennt ihn leider nicht vom Schreibtisch aus.
Die bunte Pflanzengesellschaft in unserem Gelände lehrt mich jedes Jahr, genauer hinzuschauen, wie sich ein Beet im Jahreslauf verändert, wie Formen und Farben harmonieren, wer wuchert und wer kümmert, wer wann blüht, ob kurz oder lang, wer sich wohin versamt, wer stinkt oder duftet und wer uns, unsere Bienen und andere Gäste ernährt